Geht gar nicht vs. erlaubt: Darf ich Videos mit Musik einfach veröffentlichen?

Du bist auf der Suche nach der passenden Hintergrundmusik für dein Video? Dann heißt es nun: Lieber ganz genau hinsehen. Denn längst nicht jedes Musikstück darf für öffentlich publizierte Videos genutzt werden. Darauf solltest du bei deinen Firmenvideos achten!

Die Sache mit der Lizenz: Warum du Musik nicht einfach ins Video packen darfst

Du bist auf der Suche nach der passenden Hintergrundmusik für dein Video? Dann heißt es nun: Lieber ganz genau hinsehen. Denn längst nicht jedes Musikstück darf für öffentlich publizierte Videos genutzt werden. Grob gesagt kannst du hier zwischen drei Kategorien von Musik unterscheiden:  

Kategorie 1: „Alle Rechte vorbehalten“

Kunst wird in Deutschland penibel behütet. Und das nicht nur in Museen, sondern auch im Netz. Musikstücke sind, wie alle anderen Kunstwerke auch, sobald sie erschaffen wurden, automatisch urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch dann für ein Lied in der unendlich reichen Mediathek Internet, wenn keine Lizenz vermerkt ist – gleiches Recht für alle.

Willst du also ein Musikstück für dein Video verwenden – und planst, dieses Video auch zu veröffentlichen – brauchst du dafür eine Genehmigung der Rechteinhaber:innen. Das sind zumeist der oder die Musiker:in. Nicht mal eine Sekunde geschützter Werke dürfen ohne Genehmigung veröffentlicht, ergo ins Netz gestellt oder anderweitig für den nicht privaten Gebrauch verwendet werden.

Genehmigung – bei wem du anklopfen musst

Planst du, eine Genehmigung für die Einbindung eines Songs in dein Video einzuholen, gibt es noch weitere Mitspieler, die relevant werden können: Etwa die Gesellschaft zur Verwertung von musikalischen Aufführungs- und mechanischen Vervielfältigungsrechten, besser bekannt unter der Abkürzung GEMA. Künstler:innen können Verwertungsgesellschaften wie dieser beitreten und für ihre Werke wiederum entweder  

  • sämtliche Rechte oder  
  • einen Teil dieser Rechte  

zur Verwaltung abtreten. Im Gegenzug treiben diese das Geld für die Nutzung der Musikstücke ein. Je nachdem, ob und wie die Urheber:innen mit einer Verwertungsgesellschaft kooperieren, musst du daher in manchen Fällen beim Einholen der Genehmigung den Urheber und/oder GEMA und Co. um Erlaubnis bitten.

Kategorie 2: „Einige Rechte vorbehalten“

Keine Genehmigung erhalten für deinen Wunschsong – oder keine Zeit für den damit verbundenen Aufwand? Kopf hoch, es gibt Alternativen. Denn du kannst für die Einbindung von Hintergrundmusik in dein Video auch auf „freie Inhalte“ zurückgreifen. Gemeint sind damit Werke, die unter freien Lizenzen stehen. Das wären etwa die Creative Commons Lizenzen oder die GNU Free Documentation License.  

Dabei gilt es vor allem zwei Dinge zu beachten:  

  1. Gib Credits: Zum guten Ton – und bei Creative Commons auch mittlerweile rechtlich verbindlich – solltest du Werk und Urheber:in benennen, wenn du einen Song in dein Video einbaust.  
  2. Schau genau hin: Rechteinhaber:innen können etwa bei den Creative Commons mithilfe eines Lizenzbaukastens unterschiedliche Bedingungen für die Nutzung ihrer Werke festlegen. Hier gilt: Ganz genau das Kleingedruckte beachten. Nicht nur für Katy Perry* kann das sonst ziemlich empfindliche Rechtsfolgen haben.  

(*Die Sängerin wurde von Rapper Flame des Tonfolgen-Diebstahl beschuldigt und verklagt – hat den Rechtsstreit allerdings Stand 04/22 in der Berufung gewonnen.)

Schnellcheck über die Creative Commons-Lizenzbausteine

Infografik zu den Creative Commons-Lizenzbausteinen
Creative Commons-Lizenzbausteine (Quelle: creativecommons.org)

Aus den einzelnen Bausteinen

  • No-Derivates (ND)
  • Share-Alike (SA)
  • Non-Commercial (NC)
  • Creative-Commons-Zero (CC0)

können Künstler:innen sechs verschiedene Lizenzoptionen wählen. Für dich führen diese zu deutlich unterschiedlichen Vorbedingungen, unter denen du einen Song für dein Video nutzen kannst. Eine Übersicht der Creative Commons-Musiklizenzierung findest du in diesem Factsheet.

Übersicht über die Creative Commons-Lizenzbausteine
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Schnellcheck über die Creative Commons-Lizenzbausteine

Um stets einen Überblick über die verschiedenen Lizenzoptionen zu haben, lade dir das Factsheet zu den Creative Commons-Lizenzbausteinen herunter!

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Achtung: CC-Lizenz ist kein Freifahrtschein – auf die Plattform kommt es an

Song gefunden, der gefällt und eine entsprechende CC-Lizenz hat. Alles paletti? Nicht ganz. Denn es kommt darauf an, auf welcher Plattform du dein Video veröffentlichst. Trittst du der Plattform die vollen Rechte am Video ab, musst du auch die vollen Rechte an der unterlegten Musik besitzen. Bei CC-lizensierter Musik ist das allerdings nicht möglich.

Ein Musikstück einfach auf der Blockflöte selbst einspielen und unterlegen – kein guter Plan. Denn auch damit verletzt du das Urheberrecht, außer der Song steht unter einer CC0-Lizenz.  

Kategorie 3: „Gemeinfreie Werke“

Der 1. Januar läutet nicht nur das neue Jahr ein. Vielmehr feiern Menschen an diesem internationalen Tag der Gemeinfreiheit den Zuwachs an Kunst, die nun frei für jedermann und jede Frau zur Verfügung steht. Der Grund dafür: In Deutschland laufen die Rechte am Werk automatisch ab, sobald Urheber:innen mehr als 70 Jahre verstorben sind. Entsprechend groß ist der Pool an Musikstücken, aus dem sich frei bedient werden kann (Quelle: irights.info).

Obacht: Wer jetzt sofort begeistert plant, Beethovens 9. Sinfonie als Hintergrundmusik im Video unterzulegen, sollte im Hinterkopf behalten, dass dies nicht für alle Aufnahmen eines Werkes gilt. Diese könnten nämlich wiederum geschützt sein.  

Musiklizenzierung bei neueren Videoformaten

Ok. Spätestens jetzt weißt du, dass du Musik nicht einfach gedankenlos für dein Video nutzen darfst. Weder im Firmen-Clip noch im YouTube-Videoblog ist das erlaubt, solltest du nicht die entsprechenden Rechte besitzen.  

Was ist aber mit Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok? Ständig begegnet man dort mit Musik unterlegten Reels oder Clips – stehen all diese User:innen nun kurz vor einem Rechtsprozess? Nicht wirklich, – und wie könnte es auch anders sein – sind einige Dinge zu beachten.

Für Reels auf Instagram – Kurzvideos, die kreativ mit Tools, Effekten und natürlich Musik bearbeitet und mit ausgewählten Nutzer:innen oder der gesamten Insta-Community geteilt werden können – etwa ist der Sachverhalt in den AGBs geregelt. Prinzipiell gilt auch hier das Urheberrecht: Songs dürfen nur verwendet werden, wenn auch die Rechte vorliegen. Das trotzdem so viele Reels Musik enthalten, liegt daran, dass Instagram sich eine umfangreiche Mediathek zugelegt hat, aus der sich User:innen mit Privataccount bedenkenlos bedienen können. Denn: Die Plattform selbst hat im Vorfeld – so die Vermutung – die rechtliche Situation mit den Rechteinhaber:innen ausgehandelt. Wer also lizenztechnisch auf Nummer sicher gehen will, bedient sich als privater Nutzer aus dem Pool – oder sorgt in Eigenregie für eine rechtliche saubere Voraussetzung für die Verwendung eines Musikstücks.  

Vorsicht: Als Firmenaccount sieht die Sache anders aus. Die Musikrichtlinien der Plattform machen unmissverständlich klar, was für so ziemlich jede Social-Media-Plattform gilt – Musik darf für kommerzielle, nicht-persönliche Zwecke ohne entsprechende Lizenz nicht verwendet werden.

Nutzt du im Firmenaccount trotzdem ein Musikstück – egal, ob auf Insta oder TikTok – auch ohne vorliegende Lizenz für dein Video, kann es passieren, dass dein Clip gelöscht oder dein Account gesperrt wird, bis du eine gültige Lizenz nachweisen kannst. Außerdem könnte dich der oder die Urheber:in auf Schadensersatz verklagen.

Gesetzeslücke? Nicht wirklich  

Richtig, der § 9 des Urheberrechts-Diensteanbieter-Gesetz (UrhDaG) stellt so etwas wie eine Unschuldsvermutung dar, wenn du Musikstücke „geringfügig“ in nutzergenerierten Inhalten wie Reels verwendest. Gemeint ist damit, wenn du es nicht länger als 15 Sekunden einsetzt. Jetzt kommt das ABER: Du solltest mit deinem Video ebenso keine kommerziellen Zwecke verfolgen – für Unternehmen mit Business-Accounts ist die Berufung auf dieses Gesetz daher keine wirkliche Option, um Musik ohne Lizenz zu verwenden.

Musiklizensierung ist tatsächlich ein komplexes Thema. Lass erst mal alle Infos sacken, und dann gilt: Ohren und Augen ganz genau auf bei der Wahl der Musik für dein Video. Übrigens: Mit Mozaik stehen dir in der Music Library über 10.000 lizenzfreie Musikstücke zur Verfügung. Damit sparst du dir die Mühen und Kosten einer Lizensierung und kannst dich soundtechnisch kreativ austoben. Einfach kostenlos registrieren und mit der Rund-um-sorglos-Videolösung loslegen.

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